Theophil Gallo folgt Clemens Lindemann als Vorsitzender der Siebenpfeiffer-Stiftung


Erste Amtshandlung: Theophil Gallo, der neue Vorsitzende der Siebenpfeiffer-Stiftung, verabschiedete seinen „Doktorvater“ Prof. Elmar Wadle (Mitte) nach 26 Jahren aus dem wissenschaftlichen Kuratorium der Stiftung. Rechts Hans-Otto Streuber, der Vorsitzender des Fördervereins der Siebenpfeiffer-Stiftung.

Theophil Gallo ist nun auch Vorsitzender der Siebenpfeiffer-Stiftung. In der Jahresversammlung von Vorstand, Beirat und Kuratorium wurde der neue Landrat des Saarpfalz-Kreises auch in dieser Funktion einstimmig zum Nachfolger von Clemens Lindemann gewählt. Dieser hatte die Geschicke der Stiftung seit deren Gründung 1989 gelenkt. Im Mittelpunkt der Zusammenkunft stand der auch der Rückblick auf die Verleihung des Siebenpfeiffer-Preises an den Enthüllungsjournalisten Glenn Greenwald und ein Ausblick auf den Veranstaltungsreigen zum anstehenden 200. Jubiläum des Pfälzischen Oberlandesgerichts in Zweibrücken, an dem die Siebenpfeiffer-Stiftung federführend beteiligt ist. Für viele Mitglieder des Beirats war die Sitzung der Gremien im Homburger Forum quasi die Premiere, da sie erst nach den Kommunalwahlen des vergangenen Jahres neu in diese beratende Kommission entsandt worden waren. Die Träger der Siebenpfeiffer-Stiftung sind – neben dem Saarpfalz-Kreis, den Städten Homburg und Zweibrücken – die Journalistenverbände Saarland, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen, die Städte Rastatt, Neustadt/Weinstraße und Lahr im Schwarzwald sowie der Landkreis Bad Dürkheim. Der Versammlung, die zunächst von Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind als stellvertretendem Vorsitzenden geleitet wurde, ging es auch um die in naher Zukunft anstehenden Vorhaben der Stiftung. So werden die Referate des Kolloquiums „Der Europa-Gedanke im Vormärz“, das im Herbst des vergangenen Jahres auf dem Homburger Schlossberg stattgefunden und überaus große Resonanz gefunden hatte, demnächst als zehnter der Band in der Schriftenreihe der Siebenpfeiffer-Stiftung erscheinen. Herausgegeben wird das Buch von Prof. Dr. Klaus Ries von der Universität Jena. In den Beiträgen, die Wissenschaftler von verschiedenen Universitäten beigesteuert haben, werden auch die Vorstellungen und Visionen erläutert, die die demokratischen Bewegungen des 19. Jahrhunderts von einem geeinten Europa hatten. Bei einer Führung durch die Homburger Innenstadt stellte Monika Link alias Regina Wirth im zeitgenössischen Biedermeier-Kostüm jene Örtlichkeiten vor, an denen zu Siebenpfeiffers Zeiten das „äußerst liberale Homburger Völkchen“ über Freiheit und Demokratie diskutierte. Als Witwe von Johann Georg August Wirth, dem Herausgeber der „Deutschen Tribüne“ führte sie speziell den Vertretern aus dem vorderpfälzischen Raum vor Augen, dass das Hambacher Fest in Homburg und Zweibrücken vorbereitet worden war. Verabschiedet wurde im Rahmen der Tagung zudem Prof. Dr. Elmar Wadle. Seit Gründung der Siebenpfeiffer-Stiftung hatte der Jurist, der als Rechtshistoriker an der Saarbrücker Universität lehrte und aus St. Ingbert stammt, dem Kuratorium angehört. Unter Wadles Regie waren auch zwei Bände in der Siebenpfeiffer-Schriftenreihe erschienen. Theophil Gallo bedankte sich bei Wadle und würdigte dessen stete wie langjährige konstruktive Mitarbeit in der Stiftung und erinnerte daran, dass dieser auch sein „Doktorvater“ war. Gallo hatte bei ihm über das Gerichtsverfahren gegen die Redner des Hambacher Festes – allen voran Siebenpfeiffer und Wirth – promoviert. Wadle sei nicht ganz unbeteiligt daran, dass sein ehemaliger Schüler nunmehr Vorsitzender der Stiftung sei, betonte Gallo.

Martin Baus

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