|
Informationen zum aktuellen Stand Die Jury hat ihre Entscheidung getroffen: Demnächst wird bekannt gemacht, wer den 11. Siebenpfeiffer-Preis erhält. Auch der Termin für die Preisverleihung steht fest: Sie findet am Sonntag, 21. November 2010, im Saalbau in Homburg statt. Weitere Informationen folgen in Kürze. |
|
|
Erste Station ist das Gymnasium Ramstein-Miesenbach
von Martin Baus Auf altem Homburger Terrain hat sie für die nächsten vier Wochen ihre Bleibe gefunden, die „Siebenpfeiffer-Friedenstaube“. Im Gymnasium von Ramstein-Miesenbach wird das künstlerisch gestaltete Symbol für die Wahrung der Menschenrechte aber nicht nur einen Ehrenplatz im Büro von Schulleiter Wolfgang Zintel einnehmen. Während dieser Zeit werden sich Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen aus ganz unterschiedlicher Perspektive mit Themen wie dem Hambacher Fest und Siebenpfeiffer, Demokratie und Freiheit auseinandersetzen. Zum Hintergrund: Der Landshuter Künstler Richard Hillinger hat insgesamt 30 der vergoldeten Tauben geschaffen, von denen jede einzelne den Namen einer Persönlichkeit trägt, die sich mit besonderem Engagement für Freiheit und Menschenrechte eingesetzt hat - Siebenpfeiffer steht so beispielsweise in einer Reihe mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss oder dem Gründer des Roten Kreuzes, Henri Dunant. Die insgesamt 30 Tauben stehen für je einen Artikel der Erklärung der Menschenrechte. Dass Siebenpfeiffer in den zwölf Jahren seiner Amtszeit für weite Teile des heutigen Landkreises Kaiserslautern zuständig war, daran erinnerte Clemens Lindemann, der Homburger Landrat und Vorsitzende der Siebenpfeiffer-Stiftung. Von dieser war die Initiative zur Friedenstauben-Aktion auch ausgegangen. Das „Landcommissariat Homburg“, das in seinen Grenzen bis 1919 Bestand hatte, reichte demnach bis unmittelbar vor die Tore Kaiserslauterns. „Es ist also auch historisch bedingt, dass viele Menschen aus der Westpfalz bis heute so viele Bezüge, nicht zuletzt auch in beruflicher Hinsicht, nach Homburg haben“, skizzierte Lindemann. Auf das „Erbe“ Siebenpfeiffers erhob im Rahmen der Feierstunde aber auch der Kaiserslauterer Landrat Paul Junker Anspruch. Schließlich sei der weitaus größte Teil seines damaligen Verwaltungsbezirks heute Bestandteil des pfälzischen Landkreises. Auch dessen aktuelle Überlegungen, der Siebenpfeiffer-Stiftung beizutreten, erklären sich vor diesem Hintergrund. Dass die Friedenstaube zuallererst in einer Schule Station macht, komme nicht von ungefähr: „In den zwölf Jahren seiner Amtszeit zwischen 1818 und 1830 hat sich Siebenpfeiffer massiv für den Neubau oder die Modernisierung der Schulen und für die Verbesserung der Bildung eingesetzt. In einer guten Ausbildung sah er den besten Weg, die sozialen Verhältnisse zu verbessern“. Schulleiter Wolfgang Zintel ging auf die politische Biographie Siebenpfeiffers ein. Als Initiator und Hauptredner auf dem Hambacher Fest gebe er ein gutes Vorbild für Zivilcourage ab - ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, habe er sich für Demokratie, nationale Einheit und europäische Verständigung eingesetzt. Auch Zintel betonte das „Recht auf Bildung“, das an Gymnasien umgesetzt werde und sozialen Aufstieg ermögliche. Ziel „Friedenstauben-Kampagne“ sei es, die Bürger für die Menschenrechte zu sensibilisieren, hob der Klaus Layes, der Bürgermeister von Ramstein-Miesenbach, hervor: „Sie sind die Grundlage des Völkerrechts, das seine Wurzeln im freiheitlich-demokratischen Denken eines Rechtsstaates hat“. Als ein über alle Grenzen hinweg gültiger Katalog sei die Taube ein gutes Medium, für die Menschenrechts-Artikel zu werben. Nach ihrem vierwöchigen Aufenthalt in Ramstein-Miesenbach wird die Friedenstaube weiterziehen in den Rheinpfalz-Kreis nach Ludwigshafen. Auch dahin bestehen direkte Bezüge - in Oggersheim beispielsweise lebte Siebenpfeiffer 1832 und druckte dort seine kritischen Zeitungen, in Frankenthal saß er 1833 im Gefängnis. Musikalisch eingerahmt wurde die Feierstunde von den Oberstufenschülerinnen Katrin Sittinger (Klavier), Ida Dreßler (Querflöte) und Yvonne Knehr (Gesang). Bildtext Die „Siebenpfeiffer-Friedenstaube“ macht Station in Ramstein-Miesenbach: Clemens Lindemann, der Vorsitzende der Siebenpfeiffer-Stiftung, übergab die Plastik an den Kaiserslauterer Landrat Paul Junker und den Schulleiter des Gymnasiums, Wolfgang Zintel (v.l.). Foto: Martin Baus |
|
|
Wie die DDR vor 20 Jahren zum „Totalschaden“ wurde
Zu ihrem traditionellen Festbankett hatte die Homburger Siebenpfeiffer- Stiftung eingeladen. Der große Sitzungssaal im Forum war Schauplatz der feierlichen Zusammenkunft, zu der rund 250 Besucher gekommen waren. Die Veranstaltung findet in Erinnerung an die Gründung des „Press- und Vaterlandsvereins“ Ende Januar 1832 jedes Jahr abwechselnd in Homburg und Zweibrücken statt.  Festredner war dieses Mal der frühere DDR-Bürgerrechtler Siegbert Schefke, der im Herbst 2009 auch mit dem „Bambi“ in der Kategorie „Stille Helden“ ausgezeichnet worden war. Schefke, der mit seinen in den Westen geschmuggelten und von dort auch in die DDR ausgestrahlten Filmaufnahmen der Montagsdemonstrationen im Oktober 1989 mit zum „Totalschaden der DDR“ beigetragen hatte, erinnerte in seiner Rede sehr emotional an die damaligen Ereignisse. Er schilderte eindrucksvoll die Repressalien und den Druck der Staatssicherheit, denen er ausgesetzt gewesen war - etwa als er den Verrat durch einen „sehr guten Freund“ beschrieb, der ihn jahrelang ausspioniert hatte. Mehrmals versagte Schefke in seinem Homburger Festvortrag die Stimme. Mit Tränen in den Augen berichtete er, wie ihn DDR-Grenzer auf der Heimreise von einem Ungarn-Urlaub aus dem Zug holten. Er musste sich ausziehen und ein Buch von Heinrich Böll abgeben, den er sich am Plattensee zulegt hatte. Nach der Wende erfuhr er, dass die Stasi 5000 Aktenseiten über ihn gesammelt hat. Schefke wandte sich ausdrücklich gegen die aus seiner Perspektive zumindest zeitweise aufkommende „Ostalgie“ - in der DDR sei "wirklich alles schlecht“ gewesen, das sei nicht schön zu reden. Clemens Lindemann, Landrat des Saarpfalz-Kreises und Vorsitzender der Siebenpfeiffer-Stiftung, blickte in seiner Ansprache auf die Aktivitäten des vergangenen Jahres zurück. Dabei hob er hervor, dass die Städte Homburg und Zweibrücken unter der Regie der Stiftung nun als eine Station zur „Straße der Demokratie“ gehören. Den voluminösen Routenbegleiter, in dem alle teilnehmenden Ortschaften zwischen Lörrach im Süden und Frankfurt am Main mit ihren Attraktionen detailliert aufgeführt sind, kündigte Lindemann für das Frühjahr an.
Aus den Händen des Stiftungsvorsitzenden erhielt Siegbert Schefke eine Radierung des Homburger Künstlers Hermann Theophil Juncker, auf dem die wesentlichen Eckdaten der saarpfälzischen Historie dargestellt sind. Umrahmt wurde das Festbankett von der Combo der Big-Band der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes. Unter der Leitung von Prof. Rudolf Bock wurde gehörig Swing zu Gehör gebracht. 
Text und Fotos: Martin Baus |
|
|
| Ausschreibung des 11. Siebenpfeiffer-Preises | | | |
Die Siebenpfeiffer-Stiftung schreibt nun schon zum 11. Mal den Siebenpfeiffer-Preis aus. Diese Auszeichnung wird engagierten Journalismus vergeben. Hier erhalten Sie nähere Informationen zum Preis und zum Bewerbungsverfahren. 
Ausschreibung
Die Siebenpfeiffer-Stiftung schreibt in diesem Jahr zum 11. Mal den Siebenpfeiffer-Preis für engagierten Journalismus aus. Zwar ist heute die Freiheit der Presse im Grundgesetz verankert, gleichwohl gibt es Tendenzen, journalistische Unabhängigkeit einzuschränken. Es gilt, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Mit dem Siebenpfeiffer-Preis werden Journalisten ausgezeichnet, die sich in der Tradition Siebenpfeiffers heute für die freiheitlichen Grundrechte und die demokratischen Grundwerte in herausragender Weise engagieren und damit gesellschaftspolitische Verantwortung übernehmen. Nur durch das Bekenntnis und das Eintreten für die demokratischen Rechte - Siebenpfeiffer wurde 1830 wegen seines Engagements des Amtes als Landcommissär enthoben - können die Grundwerte Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit, die im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankert sind, gefördert und gestärkt werden. Dazu will dieser Wettbewerb seinen Beitrag leisten.
Bewerbung
Um den Siebenpfeiffer-Preis kann sich jeder Journalist und jede Journalistin bewerben. Für den Wettbewerb in Frage kommende Personen können auch von Dritten vorgeschlagen werden. Die Bewerbungsunterlagen sollten einen kurzen Lebenslauf, aus dem der journalistische Werdegang hervorgeht, sowie Arbeiten enthalten, aufgrund derer die Prämierung vorgeschlagen wird. Nach Möglichkeit sollen Veröffentlichungen im Original abgegeben werden. Die Arbeiten müssen nicht eigens zu diesem Wettbewerb angefertigt sein. Die Bewerbungsunterlagen sind rechtzeitig bei der Siebenpfeiffer-Stiftung einzureichen:
Siebenpfeiffer-Stiftung, Am Forum 1, 66424 Homburg Telefon (06841) 104417 bzw. 104418 Fax (06841) 104493 eMail: Marianne.Hepp
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können bzw.
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Bewerbungsschluss: 31. Januar 2009
Verfahren
Aus den eingegangenen Bewerbungen ermittelt eine Jury unter dem Vorsitz des SR-Intendanten Fritz Raff den bzw. die Preisträger. Der Jury gehören je ein Mitglied der Journalistenverbände aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Thüringen und dem Saarland, ein Mitglied der Hambach-Gesellschaft für Historische Forschung und politische Bildung e. V., ein Wissenschaftlicher aus dem Fachbereich Neuere Geschichte sowie zwei Vertreter des Saarpfalz-Kreises an. Die Jury-Entscheidung ist nicht anfechtbar. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Sämtliche Bewerber werden über das Ergebnis der Auszeichnung informiert. Der Siebenpfeiffer-Preis ist mit
5.000 EURO
dotiert.
Die Preisverleihung findet voraussichtlich Ende 2009 statt.
„Die Presse - nothwendig frei, denn sie ist die Stimmer aller, ihr Schweigen ist der Tod der Freiheit. Jede Tyrannei, welche eine Idee morden will, beginnt damit, daß sie die Presse knebelt.“
Philipp Jakob Siebenpfeiffer
Philipp Jakob Siebenpfeiffer war von 1818 bis 1830 der erste Landcommissär im ehemaligen Landkreis Homburg. Als Vorkämpfer für Pressefreiheit und Mitinitiator des Hambacher Festes spielte er eine entscheidende Rolle in der Freiheits- und Freiheitsbewegung des Vormärz.
Der Siebenpfeiffer-Preis
Der Siebenpfeiffer-Preis wird alle zwei Jahre verliehen und zeichnet Journalisten aus, die durch Veröffentlichungen in Presse, Funk und Fernsehen das demokratische Bewusstsein in unserer Zeit fördern und sich ohne Rücksicht auf persönliche Karriere oder finanzielle Vorteile für die Grundwerte des Vormärz „Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit“ einsetzen. Bisherige Preisträger waren: Franz Alt (1987), Marie-Luise Scherer (1989), Siegbert Schefke und Aram Radomski (1991), Ralph Giordano (1994), Carola Stern (1997, Heribert Prantl (1999), Jürgen Leinemann (2001), Peter-Scholl-Latour (2003), Heinrich Breloer und Horst Königstein (2005) sowie "Reporter ohne Grenzen" (2007).
Die Siebenpfeiffer-Stiftung
Die Siebenpfeiffer-Stiftung wurde 1989 auf Initiative des Saarpfalz-Kreises mit dem Ziel gegründet, historische Ereignisse und Persönlichkeiten zu erforschen, die im Vormärz die Grundlagen für unsere heutige demokratische Verfassung gelegt haben. Mitglieder der Siebenpfeiffer-Stiftung sind neben dem Saarpfalz-Kreis und dem Landkreis Bad Dürkheim die Städte, Homburg, Zweibrücken, Rastatt, Lahr und Neustadt/Weinstraße sowie die Landesverbände Saarland, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Thüringen des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV).
-(Offizielles Faltblatt zur Ausschreibung des 11. Siebenpfeiffer-Preises)-
Die Siebenpfeiffer-Stiftung schreibt zum elften Mal den Siebenpfeiffer-Preis aus. Philipp Jakob Siebenpfeiffer, einer der Hauptinitiatoren des Hambacher Festes, war zwischen 1818 und 1830 erster Landcommissär des ehemaligen Landkreises Homburg. Er hatte sich, nachdem seine Reformvorschläge zu politischen, wirtschaftlichen und sozialen Fragen bei Regierung und bayerischem König kein Gehör fanden, des Mediums der Presse bedient, um demokratische Defizite in der Gesetzgebung, Rechtspflege und Verwaltung anzuprangern. Dieses journalistische Engagement kostete ihn sein Amt, seine soziale Sicherheit und später seine Freiheit. Pressefreiheit war für ihn unabdingbare Voraussetzung jedweder freiheitlichen Verfassung:
"Die Presse muß nothwendig frei, denn sie ist die Stimme aller, ihr Schweigen ist der Tod der Freiheit, jede Tyrannei, welche eine Idee morden will, beginnt damit, daß sie die Presse knebelt."
Mit dem Siebenpfeiffer-Preis werden Journalisten ausgezeichnet, die sich in der Tradition Siebenpfeiffers heute für die freiheitlichen Grundrechte und die demokratischen Grundwerte in herausragender Weise engagieren und damit gesellschaftspolitische Verantwortung übernehmen. Die Vormärz-Ideen "Freiheit, Solidarität und Ge-rechtigkeit" sollen journalistisches Leitbild sein. Der Preis ist mit 5.000,00 € dotiert. Den Vorsitz der Jury hat der Intendant des Saarländischen Rundfunks Fritz Raff.
Bewerbungen werden bis zum 31. Januar 2009 entgegengenommen.
Die Ausschreibungsunterlagen sind kostenlos anzufordern bei der Siebenpfeiffer-Stiftung Am Forum 1 66424 Homburg Tel. 06841/ 104417 bzw. -418 sowie Fax. 06841/104493. - (Anzeigentext) -
Weitere Informationen auch unter: www.Saarpfalz-Kreis.de | |
|
|